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Häufig gestellte Fragen:
Wie wird man Feuerwehrmann/ frau? Der Beruf des Feuerwehrmannes, der Feuerwehrfrau ( im folgenden wird der Lesbarkeit halber nur noch die männliche Form benutzt) nennt sich Brandmeister und umfasst wesentlich mehr als das Retten einer Katze aus dem Baum oder ein Feuer zu löschen. Zunächst muss jeder der den Wunsch hat bei einer Feuerwehr zu arbeiten, eine abgeschlossene Schulausbildung ( mind. Hauptschulabschluss) sowie eine der Feuerwehr dienliche abgeschlossene Lehre nachweisen. Nach zahlreichen Tests, wie Diktat, Mathematik, Drehleistersteigen und Sporttest, beginnt dann die 18 monatige Brandmeisterausbildung. In diesen Monaten durchläuft der Auszubildende theoretische sowie praktische Unterrichte und bekommt einen ersten Eindruck des Bereiches Rettungsdienst.
Hier seien nur einige Themengebiete genannt:
Naturwissenschaftliche Grundlagen Brand- und Löschlehre Atemschutz tragbare Leitern Funk im Feuerwehrdienst Vorbeugender Brandschutz
In der Vorbereitungszeit absolviert er neben den Unterrichten auch das Deutsche Sportabzeichen sowie das Rettungsschwimmerabzeichen in Bronze.
Nach bestandener Rettungssanitäterprüfung und einigen schriftlichen Zwischenprüfungen, steht dann die Laufbahnprüfung für den mittleren feuerwehrtechnischen Dienst an.
So bald als möglich wird der Brandmeister nun zur Weiterbildung zum Rettungsassistenten abgesandt. Hier stehen noch einmal 6 Monate Schule auf dem Plan. Diese sind geprägt durch medizinische Fachthemen, wie Krankheitsbilder, Medikamentenkunde und Notfalltherapien. Das hier erworbene Wissen festigt der angehende Rettungsassistent in verschiedenen Praktika auf der Intensivstation, im OP, in der Anästhesie und auf der Pflegestation.
Nachdem er die schriftliche, mündliche und praktische Prüfung bestanden hat, muss er weitere 1600 Stunden an einer Lehrrettungswache auf einem Rettungsmittel nachweisen. Erst nach einer erneuten mündlichen Überprüfung durch eine Prüfungskommision erhält er die Urkunde zum Rettungsassisteneten.
Zu diesem Zeitpunkt hat der nun in allen Bereichen einsetzbare Brandmeister eine Lehrzeit von 6 Jahren hinter sich gebracht.
2. Wieviele Einsätze gibt es in einer Dienstschicht?
Natürlich ist dieses ganz unterschiedlich. So haben an schwülen Tagen viel mehr Menschen Probleme mit dem Kreislauf als an kalten und bei Stürmen gibt es mehr Einsätze als an einem schönen Sommerabend. Rückblickend auf das letzte Jahr rückten die Einsatzkräfte in Datteln insgesamt zu über 7100 Einsätzen und damit durchschnittlich 20 mal pro Dienstschicht zu Verletzten, Kranken, Feuern oder technischen Hilfeleistungen aus.
3. Welche Einsätze gibt es?
Neben dem für uns ganz normalen Brandeinsatz gibt es viele Einsätze die das ganze körperliche und geistige Spektrum der Feuerwehrleute fordern. So gibt es Kranfahrer (bis zu 200m Höhe auf einer Kraftwerksbaustelle), die plötzlich krank und gerettet werden müssen, Baugruben die zusammenstürzen, eingeklemmte PKW- Fahrer und auslaufende Säuren und Laugen aus LKW`s oder in Firmen. Auch zu Ölspuren wird die Feuerwehr oft gerufen, genauso wie zu Tierrettungen ( Reh im Kanal, eingeklemmte Katzen im Fenster, etc.) Daneben stehen natürlich auch beratende Tätigkeiten, z. Bsp.: bei Wespen - und /oder Hornissennestern.
4. Was passiert nach belastenden Einsätzen?
Auch für Feuerwehrleute ist nicht jeder Einsatz gleich, gerade wenn Kinder betroffen waren. Nach solchen Einsätzen hat jeder seine eigene Art mit dem Erlebten umzugehen. Vieles wird in einer Einsatznachbesprechung auf der Wachabteilung aufgearbeitet. Oft hilft es den Kameraden schon, dass sie sehen, dass sie nicht alleine mit den Problemen darstehen. Sollte jemand jedoch auch Stunden oder sogar Tage nach einem Einsatz, das Gefühl haben, die Welt bricht zusammen, so gibt es PSU -Teams ( psychsoziale Unterstützung) oder Notfallseelsorger die immer ein offenes Ohr für die Betroffenen haben.
5. Darf die Feuerwehr bei jedem Einsatz mit Blaulicht und Martinshorn fahren?
Diese Frage lässt sich eindeutig mit Nein beantworten. Die Aufgaben der Feuerwehr regelt für Nordrhein- Westfalen, das Gesetz für den Feuerschutz und die Hilfeleistung (FSHG). Liegt nach einer Meldung bei der entsprechenenden Stelle eine Aufgabe gemäß FSHG vor, rückt die Feuerwehr aus. Ob sie nun mit Blaulicht und Horn ausrückt ergibt sich aus der STVO. Hier ist in den Paragraphen 35 und §38 geregelt wann die Feuerwehr welches Signal zu benutzen hat. Befindet sich ein Fahrzeug im Einsatz und alle Vorraussetzungen zur Nutzung der Sonder- und Wegerechte sind gegeben, ist der Fahrer verpflichtet diese vom Beginn der Einsatzfahrt bis zum Erreichen des Zielortes diese zu nutzen. Das gillt auch für Feiertage und / oder in den Nachtstunden! Andere Verkehrsteilnehmer sind verpflichtet dem Einsatzfahrzeug sofort freie Fahrt zu verschaffen.
6. Warum fährt die Feuerwehr auch Nachts mit Martinshorn?
Passiert ein Unfall, weil das Horn nicht eingeschaltet war, haftet der Fahrer des Einsatzfahrzeuges, im Extremfall mit seinem Privatvermögen.
7. Aus welchem Material besteht ein Feuerschutzanzug?
Aus einem Spezialgewebe Namens Nomex, welches eine bestimmte Zeit Feuerfest ist. Bilder dazu, bitte hier klicken.
8. Warum wird auf dem Feuerwehrauto der Begriff "Feuerwehr" spiegelverkehrt aufgedruckt?
Damit ein Autofahrer im Rückspiegel erkennt das sich ein Feuerwehrfahrzeug hinter ihm befindet. 9. Was für einen Feuerlöscher benötige ich für einen Fettbrand ?
Jeder handelsüblicher ABC Pulver Löscher. Bei einer brennenden Pfanne reicht meistens auch der Deckel der Pfanne oder eine Löschdecke.
10. Wie schwer ist ein Atemschutzgerät der Feuerwehr?
18 kg wiegt das reine Atemschutzgerät. Dazu kommt die zusätzliche Ausrüstung wie Schläuche, Strahlrohre, Wärmebildkamera. Ein vollständig ausgerüsteter Feuerwehrmann trägt somit ca 25kg zusätzliches Gewicht. Zusätzlich kommt eine Bodentemperatur bei Zimmerbränden von über 200 Grad Celsius hinzu. Der Feuerwehrmann verliert bei einem Einsatz unter atemschutz ca 1,5 Liter Wasser in 20 Minuten!
11. Kann man für einen Verkehrsverstoß bestraft werden, den man begeht um einem Einsatzfahrzeug den Weg freizumachen? Nein, jeder Verkehrsteilnehmer ist sogar dazu verpflichtet dem Einsatzfahrzeug freie Bahn zu schaffen! Allerdings gilt hier das Prinzip der Verhältnismäßigkeit. Niemand ist z. Bsp.verpflichtet schneller zu fahren.
12. Wie lange dauert es von dem Absenden eines Notrufs, bis zum Eintreffen der Rettungskräfte durchschnittlich?
Im Schnitt 8 Minuten, je nach Entfernung der Wache und der Verkehrsdichte. 13. Was ist der Unterschied zwischen retten und bergen?
Lebende werden gerettet, Tote und Sachwerte werden geborgen.
14. Hat die Notrufzentrale automatisch meine Adresse, auch wenn ich sie nicht sage? In der Notrufzentrale werden sämtliche Rufnummern der Anrufer übertragen, auch wenn man an seinem Handy die Rufnummernunterdrückung aktiviert hat. Die Adresse wird dann übertragen, wenn man im öffentlichen Telefonbuch eingetragen ist, also keine Geheimnummer hat. Es lässt sich jedoch die Adresse ermitteln, wenn nur die Rufnummer angezeigt wird. Dies ist aber mit großem Aufwand verbunden und nimmt viel Zeit in Anspruch. Deshalb immer warten bis der Leitstellendisponent keine Fragen mehr hat und die W- Fragen beantworten. Was ist passsiert? Wo ist es passiert? Wieviele Verletzte gibt es?
15. Kann man an die ''112'' ''110'' eine sms als Notruf schicken?
Nein, das geht leider noch nicht, aber man kann immer die Notrufnummern wählen, auch wenn man kein Geld mehr auf der Karte hat oder die Karte gesperrt ist, ein Notruf ist immer möglich.
17. Warum sind Feuerwehrautos rot?
Das hat sich aus der Historie so entwickelt. 18. Wieso nennt die Feuerwehr ihre Pumpe "Tragkraftspritze"?
Weil sie von 4 Feuerwehrleuten getragen werden kann bzw. muß (z.B. in unwegsamen Gelände) 19. Wieso heißt das Martinshorn Martinshorn?
Das Martinshorn hat seinen Namen von der Herstellerfirma Deutsche Signal-Instrumenten-Fabrik Max B. Martin. Der Name Martin-Horn ist sogar markenrechtlich geschützt.
20. Warum soll man "Aufzüge im Brandfall nicht benutzen"?
Aufzüge bergen im Brandfall die Gefahr, dass sich das Feuer über die Fahrstuhlschächte ausbreitet. Diese Fahrstuhlschächte durchlaufen ein Gebäude meist komplett ohne eine Brandabschottung und können so wie ein Kamin wirken. Neben der Gefahr das Kabel und Tragseile schaden nehmen können, besteht die Gefahr, dass der Sauerstoff in einem solchen Aufzug verdrängt wird und die Menschen in einem Aufzug ersticken.
21. Wie kann ich Brandgeruch beseitigen?
Beim Brandrauch handelt es sich um Ultragifte die sich im Ruß absetzen und deshalb diesen Geruch verursachen. Wenn eine Brandstelle von der Feuerwehr nach einem Brand wieder freigegeben wird, muss zumeist ein Brandschadensanierer seine Arbeit aufnehmen und den Rußniederschlag entfernen. Selber sollte man von dieser Maßnahme absehen, da der Ruß sehr hartnäckig ist und, über einen längeren Zeitraum eingeatmet auch gesundheitsschädlich ist.
22. Kann man die Feuerwehr rufen um ein Wespennest entfernen zu lassen?
Die Feuerwehr entfernt grundsätzlich keine Wespen- oder Bienennester mehr. Beide stehen unter Naturschutz und dürfen nur noch von Fachbetrieben, also Schädlingsbekämpfern, Kammerjägern oder Imkern entfernt werden. Ausnahmen gibt es nur bei Gefahr für Leib und Leben z.B. in Krankenhäusern, Schulen usw.
23. Was bekommt ein freiwilliger Feuerwehrmann für seine Tätigkeit?
Allerdings ist er wärend seiner dienstlichen Tätigkeit unfallversichert und sein Arbeitgeber bekommt die Fehlzeit z.B. für Einsätze, Lehrgänge und Übungen von der Gemeinde monitär erstattet.
24. Haben Feuerwehrmänner auch medizinische Kenntnisse?
Berufsfeuerwehrleute werden im Rahmen ihrer Ausbildung zum Rettungssanitäter bzw. Rettungsassistent ausgebildet und somit speziell für die Notfallmedizin geschult. Freiwillige Feuerwehrleute erhalten eine erweiterte Ausbildung in Erster Hilfe und müssen sich, genau wie die Berufsfeuerwehrleute, in regelmäßigen Abständen fortbilden.
25. Was passiert, wenn ich die Feuerwehr rufe?
Wenn ein Notruf über die Leitstelle eingegangen ist, schlägt der Einsatzleitrechner ein geeignetes, in der Nähe befindliches Fahrzeug oder auch mehrere vor. Akzeptiert der Disponent diesen Vorschlag, ertönt auf der Feuerwache der Alarmgong bzw. wird der Funkmeldeempfänger ausgelöst. Die Einsatzkräfte erhalten dann entweder einen Ausdruck mit allen erforderlichen Angaben oder können diese Angaben ihrem Funkmeldeempfänger entnehmen und setzen sich in Richtung des Notfallortes in Bewegung. In Datteln soll in 8 Minuten ein Rettungswagen oder ein Feuerwehrfahrzeug an jedem Punkt des Stadtgebietes eintreffen können.
26. Wie sind die Brandklassen?
Brennbare Stoffe, die nach dem Brandverhalten beurteilt werden, werden in vier so genannte Brandklassen eingeteilt:
Neu ist die Brandklasse "F" für Brände von Friteusen.
27. Warum geht man zur freiwilligen Feuerwehr?
28. Wie kann ich die Feuerwehr unterstützen?
Beschaffen Sie sich Feuerlöscher für zu Hause. Haben Sie Fragen hierzu? Kontaktieren Sie Ihre Feuerwehr, sie steht Ihnen mit fachmännischem Rat zur Seite. Bringen Sie Ihren Kindern die Notrufnummern bei. Besuchen Sie mal wieder einen Erste Hilfe Kurs. Viele Einsätze würden sich so für uns vereinfachen und dadurch der Schaden geringer halten, denn je schneller geholfen wird umso besser.
29. Wieso muß die Feuerwehr ständig neue Geräte und Technik anschaffen? Neue Verbundstoffe, z Bsp. im Fahrzeugbau sorgen für enorme Schwierigkeiten. Ältere Schneidsysteme kommen hier gerade nach Unfällen schnell an ihre Grenzen. Auch im Brandschutz gewinnt die Schadenminimierung immer mehr an Gewicht. Ging es früher nur darum das Feuer zu löschen, so kommen heute mobile Rauchverschlüsse, Hohlstrahlrohre und andere Dinge zum Einsatz um eine Schadensausbreitung zu verhindern.
Die Ausrüstung der Feuerwehren unterliegt deshalb strengen Normen. Diese müssen unbedingt erfüllt werden, um die Sicherheit der Kameraden in allen Situationen zu gewährleisten und nicht zuletzt die Funktionssicherheit der Geräte und Anlagen zu sichern.
Die Berufsfeuerwehr (BF) besteht aus hauptamtlichen Mitarbeitern, die im Schichtdienst eine Feuerwache ständig besetzen, auf Einsätze warten und allgemeine Aufgaben im Rahmen des Wachbetriebes ausüben (z.B. in Schlauchwäsche, Fahrzeugwartung oder in der Verwaltung). Das ist ihr Beruf, dafür werden sie bezahlt. Sie haben die Ausbildung zum Brandmeister absolviert.
Kreisfreie Städte sowie Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern haben eine Berufsfeuerwehr einzurichten.
Kreisangehörige Städte wie die Stadt Datteln haben eine Freiwillige Feuerwehr mit einer hauptamtlichen Wache.
Auch hier versehen, identisch zur BF, hauptamliche Mitarbeiter, mit identischer Ausbildung zur BF, ihren 24 Std Dienst und rücken bei Einsätzen im Rettungsdienst und / oder Brandschutz innerhalb weniger Sekunden aus. Zusätzlich gibt es in diesen Städten eine Freiwillige Feuerwehr, die das Rückgrat der hauptamtlichen Wache darstellt.
31. Warum haben einige Feuerwehrleute bei einem Einsatz farbige Westen an und was bedeuten sie? Um an der Einsatzstelle schnell für alle eine Gliederung der Führungsstruktur darzustellen, werden bestimmte Funktionen mit einer Weste ausgestattet.
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| Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 27. Juni 2010 um 19:57 Uhr |
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